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Rüdiger Bierhorst - JPop.com
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Rüdiger Bierhorst

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Wie das mit der Musik kam: Soweit sich das nachvollziehen lässt, gab es in unserer Familie keinen einzigen Musiker. Wahrscheinlich bin ich deshalb auch keiner geworden. Allerdings für so ein bisschen Klampfen zur Angeberei hat es bei dem einen oder anderen schon gereicht, was mir irgendwann bei den Frauen auch von Nutzen war. Ich hatte das bitter nötig, denn ich bin nicht besonders nett. Da ich auch nicht besonders fleißig bin, begann ich, statt zu üben Lieder zu schreiben Read more on Last.fm
Wie das mit der Musik kam: Soweit sich das nachvollziehen lässt, gab es in unserer Familie keinen einzigen Musiker. Wahrscheinlich bin ich deshalb auch keiner geworden. Allerdings für so ein bisschen Klampfen zur Angeberei hat es bei dem einen oder anderen schon gereicht, was mir irgendwann bei den Frauen auch von Nutzen war. Ich hatte das bitter nötig, denn ich bin nicht besonders nett.

Da ich auch nicht besonders fleißig bin, begann ich, statt zu üben Lieder zu schreiben, deren technisches Niveau an meine persönlichen Fähigkeiten angepasst war. Mein erstes Lied war ein "Song" und hieß "Deluge 1984". Er handelte von Weltuntergang und Zukunft und den armen Kindern und so und war so mies, dass man dafür nicht einmal Gitarre spielen können musste. Oder andersrum: Niemand der Gitarre spielen kann, würde diesen Song je spielen.

Alle fandens toll - kurz darauf schrieb ich die Songs für eine Band, in der ich spielte. Ich weiß auch nicht, warum immer alle "schreiben" sagen: Erfinden wäre besser - ich kenne nur einen einzigen Menschen persönlich, der Songs "schreibt" und der ist eben Musiker. Weil es auch in der Band Musiker gab, brachten wir es immerhin auf zwei Vinylaufnahmen. Wie das mit Schülerbands so ist, lösten wir uns nach dem Abitur auf und mich verschlug es nach Berlin, nicht ohne dass ich zuvor meinen Wehrdienst absolviert hätte, was damals absolute Blödheit war. Irgendwann saß ich dann in einem Laden, der "Go in" hieß und den es mittlerweile leider nicht mehr gibt, damals aber ziemlich berühmt war.

Dort hörte ich einem selbsternannten Musiker zu, der eine Reihe von Songs spielte, gegen die sich "Deluge 1984" wie eine Perle der Kunstgeschichte ausmachte. In der nächsten Woche betrat ich zum ersten mal alleine mit meinen Liedern eine Bühne. Gar nicht so einfach, aber auch gar nicht mal so schlecht. Der Meinung war auch das Publikum: der Wirt, die Bedienung und zwei Kollegen, die nach mir dran waren.

Ich bin dann dabei geblieben, es machte höllisch Spaß. Ich trat immer häufiger auf, an den verschiedensten Orten und nahm die Presse von mir Notiz, war sie immer positiv. Bei einem Auftritt in Bonn lief der Rekorder mit und die Kassetten vertickte ich für einen Zehner. Das Schlimme war: Diese entsetzlich dumpfe und verrauschte und übersteuerte Aufnahme lief überall. Auf Partys, im Auto, teilweise sogar in Kneipen (wenn ich da war.

Man dachte, man machte mir damit eine Freude.) Es gab keinen Weg zurück. Eine CD musste her. Zum Glück lernte ich Steve Hopper kennen, der unter anderem Musiker ist und der einzige Mensch, den ich kenne, der seine Songs wirklich "schreibt", und den fragte ich, ob er mir nicht helfen wolle. Das Resultat ist vielgelobt, in jeder Hinsicht besser als die alte Kassette und ich möchte doch jeden bitten, der noch eine hat, sie gegen die CD einzutauschen.

Für die Zukunft wünsche ich mir gefüllte Clubs, dass das Publikum mich weiterhin mag und immer an der richtigen Stelle lacht. Read more on Last.fm. User-contributed text is available under the Creative Commons By-SA License; additional terms may apply..
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